Historie

Ein Lauf mit langer Tradition

Aus den Anfangsjahren: Früher starteten die Läufe zur Bergbaude Lange Bahn in Schmeheim

Am 24. April 1977 fand der erste Lange-Bahn-Lauf mit Start und Ziel in Schmeheim, im heutigen Landkreis Hildburghausen statt. Im Zuge der sich Mitte der 70-er Jahre rasant entwickelnden Laufbewegung in der DDR hatte der begeisterte Ausdauerläufer Hartmut Neumann die Idee, einen Lauf von seinem Heimatort hinauf auf den Höhenzug des Kleinen Thüringer Waldes zur Bergbaude „Lange Bahn“ zu organisieren. Seither durchlebte der Lauf eine sehr wechselvolle Geschichte.

Schnell entwickelte sich der Lauf, zunächst über 16,5 Kilometer, bei der zweiten Auflage bereits mit einer weiteren Strecke von 22,5 Kilometern, zu einem der beliebtesten Thüringer Läufe zur Vorbereitung auf den Rennsteiglauf. Anfang der achtziger Jahre nahmen viele hundert Laufenthusiasten teil, überliefert ist der damalige Teilnahmerekord aus dem Jahr 1982 mit 669 Startern. Insgesamt 13 Mal – 1987 und 1991 fiel der Lauf aus – wurde das Event, welches Magnet für die Läufergilde im ganzen Land war, in Schmeheim organisiert und durchgeführt.

Nach dem frühen Tod von Gesamtleiter Hartmut Neumann (63) übernahm 1992 Horst Skebra und sein Team vom SV Mäbendorf die Verantwortung für den Lauf und führte die 14. Auflage erstmals mit Start und Ziel auf dem Mäbendorfer Sportplatz in Suhl durch. Auch ihm war es auf den neuen, profilierten Strecken über 10 und 21 Kilometer hinauf zur Bergbaude „Lange Bahn“ wichtig, den Läuferinnen und Läufern gute Bedingungen für die Vorbereitung auf ihren GutsMuths-Rennsteiglauf zu bieten. Die Teilnehmerzahlen pendelten nun um 200 und konnten damit die Starterfelder früherer Jahre nicht mehr erreichen, trotzdem entwickelte sich der Lauf zusehends zum „Klassiker vor dem Rennsteiglauf“.

Im Laufe der 2000-er Jahre wurde die Organisation aufgrund der Altersstruktur im WLV Mäbendorf immer schwieriger, so dass 2006 dem Klassiker das „Aus“ drohte. In einer „Hau-Ruck-Aktion“ gelang es Stefan Neidhardt (damals RTR Viernau) jedoch, in Zusammenarbeit mehrerer Vereine den Ausfall der 28. Auflage zu verhindern. Unter seiner Führung übernahmen in den Folgejahren schrittweise die Mitglieder der LG Süd des GutsMuths-Rennsteiglaufvereins die Verantwortung für den Lauf.

Als Stefan Neidhardt nach dem 39. Lauf 2017 seinen Rückzug als Gesamtleiter ankündigte, drohte dem Lauf das erneute „Aus“, die Verantwortung als neuer Gesamtleiter wollte aus der Laufgruppe zunächst keiner übernehmen. Steffen Meyer organisierte die Jubiläumsauflage 2018, der Fortbestand der Veranstaltung blieb aber weiter offen. Erst nach der erfolgreichen Suche eines alternativen Veranstaltungsortes, der für eine moderne Laufveranstaltung bessere Möglichkeiten und Infrastruktur bot, bewog den Suhler, nun dauerhaft die Organisation in Hauptverantwortung zu übernehmen. Das neue Organisationsteam plante den 41. Lange-Bahn-Lauf 2019 mit Start und Ziel erstmals im Schießsportzentrum auf dem Suhler Friedberg.

Der Umzug wurde ein voller Erfolg, die steigende Attraktivität durch viele, nun mögliche Neuerungen zieht heute immer mehr Teilnehmer und Besucher zum Veranstaltungsort. Noch ausgebremst durch die Corona-Pandemie, als der 42. Lauf ausnahmsweise in den Herbst verlegt und die folgende Auflage im Frühjahr individuell gelaufen werden musste, animierte der Lauf in den letzten Jahren immer mehr Laufverrückte, sich hier auf das Großereignis GutsMuths-Rennsteiglauf vorzubereiten.

Neben einem erfolgreich eingeführten Rahmenprogramm weitete die Laufgruppe Süd das Wettkampfangebot aus. Traditionelle Strecken über 11 und 22 Kilometer werden heute durch einen Jugend- und Einsteigerlauf über 5 Kilometer, den 34 Kilometer Championslauf und zwei Nordic Walking Strecken ergänzt.

Ein besonderes Augenmerk richten die LG-Mitglieder in dem großzügigen Sportgelände auf gute Wettkampfbedingungen für den Nachwuchs. Das Konzept, wie beim „großen Bruder“ Rennsteiglauf, zwar getrennt starten – aber gemeinsam den Zieleinlauf erleben, bewährt sich auch hier. Angefangen bei den Kleinsten im Bambinilauf bis hin zu den jugendlichen Startern gibt es seit einigen Jahren durchgehend altersgerechte Streckenangebote, die von immer mehr Sportvereinen gerne angenommen werden.

Im Vorfeld des 50. Rennsteiglauf-Jubiläums 2023 wurden die Mitglieder der Laufgruppe Süd und ihre vielen Helfer für das Engagement bei Vorbereitung und Durchführung des 45. Lange-Bahn-Lauf mit einem neuen Teilnehmerrekord belohnt. 715 Finisher auf den verschiedenen Lauf- und Nordic Walking Strecken, dazu über 250 Nachwuchsathleten bei den Kinder- und Schülerläufen ließen die 1000-er Schallmauer bei den Zieleinläufen in Reichweite kommen. Der Lauf hat seinen Ruf als „Der Klassiker vor dem Rennsteiglauf“ mit dieser Entwicklung gefestigt.

Historische Siegerliste

Ausnahmsweise nur Rang 2: Stephan Bayer (links) stand ansonsten meist ganz oben auf dem Podest

Ein Blick in die Liste aller Sieger seit 1977 offenbart: Keiner hat den Lange-Bahn-Lauf so geprägt wie Stephan Bayer. Neben dem mehrfachen Deutschen Seniorenmeister finden sich aber auch andere bekannte Namen in den historischen Ergebnissen, darunter der mehrfache Sommerbiathlon-Weltmeister Michael Herr und viele Rennsteiglauf-Sieger wie Marcel Bräutigam, Alexander Fritsch, Hans-Günther Müller, Dieter Wiedemann, Nicole Kruhme oder Kristin Hempel.

RekordsiegerRekordsiegerinnen
12x Stephan Bayer7x Ursula Weiß
8x Jürgen Schramm7x Kristin Hempel (Eisenacher)
6x Michael Herr6x Nicole Kruhme
5x Dieter Wiedemann5x Heidi Wolfram

Teilnehmerentwicklung seit 2006

Mit über 973 Finishern konnten wir bei der 45. Auflage unseres Laufs im Jahr 2023 einen Rekordwert für die jüngere Vergangenheit verbuchen. Alle Zahlen findet ihr in unserer ausführlichen Statistik.